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Wie Uber seine Fahrer für die COVID-19-Pandemie bezahlen lässt

Corona hat fast alle Unternehmen hart getroffen, aber besonders die Ride-Hailing-Branche hat mit dem Virus zu kämpfen. Fahrer für Uber, Lyft und FreeNow haben es am schwersten. In Zeiten von “Social Distancing” und Selbstquarantäne gibt es kaum noch Arbeit für sie.

Bei allen Ride-Hailing-Dienstleistern sind die Fahrgastzahlen in den Keller gerutscht. Alleine Uber verzeichnet einen Fahrtenrückgang von etwa 70%. Die mangelnden Nachfrage zwingt die Unternehmen, geeignete Strategien zu entwickeln, um sich an die Situation anzupassen.

Die meisten Unternehmen stellen momentan keine neue Fahrer mehr ein. Obwohl diese Maßnahmen in der aktuellen Situation angemessen sind, haben die Einschränkungen den ohnehin schon harten Wettbewerb und den Preiskampf zwischen den Plattformen noch verschärft.

Im Bemühen, Fahrer weiter zu beschäftigen und deren Einkommen konstant zu halten, haben einige Dienste über alternative Ideen zum Ride-Hailing nachgedacht. Lyft hat ein neues Pilotprogramm für Lieferdienste gestartet, bei dem Fahrer „lebenswichtige“ Dinge wie Lebensmittel, medizinische Versorgung und Haushaltswaren ausliefern können. Bolt hat noch am selben Tag, an dem die Einschränkungen des öffentlichen Lebens bekannt gegeben wurden, einen “same-day” oder sogar “same-hour” Lieferservice ins Leben gerufen. Das Programm soll dazu dienen, das Einkommen und das Engagement der Fahrer aufrechtzuerhalten.

Uber hingegen bot seinen Fahrern bisher während der COVID-19-Pandemie nicht viel, was sie mitnehmen konnten. Obwohl mehrere Versprechungen gemacht wurden, wie z.B. die Zahlung von zwei Wochen Krankenurlaub und bessere Sonderaktionen, konzentriert sich Uber in erster Linie auf die Rettung des Unternehmens als auf die seiner Fahrer. Schlimmer noch: Das Unternehmen lagert die Verluste durch die Pandemie an die Fahrer aus. So strich Uber Boni, die für das Einkommen der meisten Uber-Partner unerlässlich sind.

In ganz Deutschland teilte Uber seinen Fahrern nun mit, dass „die zusätzliche Servicegebühr für einen reduzierten Service am 06. April 2020 enden wird“. Normalerweise erhielten Fahrer nach 50 Fahrten pro Woche einen Rabatt auf die Servicegebühr. Dann berechnete Uber nur 10% anstatt 30% der Einnahmen. Angesichts der Pandemie stoppt Uber diese Förderung und erhöht die Servicegebühr dauerhaft auf 30%.

Unabhängig von der Anzahl der Fahrten, der geleisteten Arbeitsstunden oder der genutzten Werbeaktionen verlieren die Fahrer am Ende einen maßgeblichen Teil ihres Verdienstes. In Zeiten der Krise beschließt Uber trotzdem, seinen Fahrern zusätzliche Last aufzubürden.

Screenshot einer an Uber-Partner versandten E-Mail

Was können Uber Fahrer tun, um durch die Krise zu kommen?

Viele Restaurants sind aktuell für Gäste geschlossen und liefern stattdessen Lebensmittel aus. Andere Arbeiten als Lieferfahrer boomen ebenfalls. Ein gutes Beispiel ist der Bedarf an Paketzustellern, da die Leute plötzlich viel Zeit haben, online einzukaufen.

Selbst wenn sich Ridehailing derzeit in einem nie gesehenen Tief befindet, stehen die Chancen gut für eine Erholung. Fahrgäste könnten bereit sein, noch mehr Fahrten mit Uber und FreeNow zu unternehmen, wenn die Sperren aufgehoben werden. Die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel wird von den meisten als Infektionsrisiko angesehen, und Fahrgäste werden wahrscheinlich individuelle Transportmöglichkeiten bevorzugen (z. B. Ridehailing).

Wenn du während der Corona Pandemie arbeitest, muss deine höchste Priorität darin bestehen, gesund zu bleiben. Lese diese Tipps, wie du dich und deine Familie in diesen Zeiten schützen kannst.